Im Sommer des vergangenen Jahres erreichten uns besorgniserregende Nachrichten aus Yovokopé. Es gab es starke Ernteausfälle insbesondere beim Mais, dem Hauptnahrungsmittel. Während der Setzzeit konnte die Saat im Boden nicht aufgehen, weil es viel zu nass war. Später verdorrte die angegangene Saat, bevor es zur Ernte kam. Die erzielten Ernteerträge reichten nicht mehr aus, um die Ernährung der Kinder im Dorf sicherzustellen. Der Verein bewilligte eine Mittelforderung aus Yovokopé zum Kauf von neuem Mais. Nur durch diese finanzielle Unterstützung über unseren Verein Lebenschance e. V. konnte im Frühjahr 2024 der notwendige Mais gekauft werden, um die Ernährung der Kinder im Dorf sicherzustellen.
Aus Yovokopé erreicht uns herzlicher Dank für diese Aktion! Bild: der gekaufte Mais
Was ist zu tun? Ein Plan wurde geschmiedet!
Um solchen Ereignissen zukünftig besser begegnen zu können, wurde in enger Abstimmung mit der örtlichen Leitung ein großes Wasserrückhaltebecken geplant. Ziel war es, während der Regenzeit überschüssiges Wasser von den Feldern ableiten und auffangen zu können. Dieses Wasser wiederum wird als Reserve für zu trockene Perioden bis zur Erntezeit dienen. So ist es möglich, durch künstliche Ent- und Bewässerung Ernteausfälle zu verhindern. Allen Beteiligten erschien diese Maßnahme als außerordentlich bedeutsam, denn die Folgen des Klimawandels werden uns in den kommenden Jahren weiter beschäftigen. Drohen wiederholt Ernteausfälle, ist das Konzept des KinderdorfesYovokopé insgesamt gefährdet.
Die Umsetzung Unter Koordination von Roger Sodji gingen uns in der zweiten Hälfte von 2023 Angebote für die Errichtung eines Wasserrückhaltebeckens von ungefähr 22500 qm Größe zu.
Zu unserer Freude wurde unser Fördermittelantrag beim Bremer Entwicklungspolitischen Netzwerk e.V. (BEN) erfolgreich bewilligt und unser Projekt erhielt den Zuschlag. Die größere Teil der Kosten für dieses wichtigen Projekt wurden dankenswerter Weise von der Brinkhege Stiftung getragen.
Ausbaggern des Wasserrückhaltebeckens
Das bis zu sieben Meter tiefe Wasserrückhaltebecken wurden schließlich mittels Bulldozern ausgeschoben. Unter den begeisterten Augen der Kinder schoben sich die Maschinen mit ungeheurer Kraft in den lehmigen Boden.
Nach mehreren Tagen harter Arbeit standen alle am Rande der großen Vertiefung, die sich nun über ein Zuleitungssystem mit Wasser füllen sollte. Die Arbeiten wurden wie geplant und erfolgreich durchgeführt.
Der Bremer Verein Lebenschance hat in Togo in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation in Lomé "Association Mieux Etre Pour Tous" (A:M:E:P:T:) ein Kinderdorf aufgebaut, in dem Kinder und Jugendliche ein sicheres Zuhause gefunden haben. Der Verein sorgt weiterhin für den Ausbau und stellt den laufenden Unterhalt des Projektes sicher.
Landwirtschaft und Ernährung
Auf den großen Flächen, die zu dem Dorf gehören, wird unter Anleitung eines Landwirtes Getreide, Gemüse und Obst angebaut. Hiermit wird ein Großteil der Ernährung gesichert. Seit einiger Zeit wird eine kleine Rinderherde gehalten, um die überwiegend vegetarische Ernährung durch Milch und Fleisch zu ergänzen.
Wasser
Das Dorf liegt in einem trockenen, savannenartigen Gelände ohne einen Fluss oder See. Im Jahre 2003 wurde mit Unterstützung einer Stiftung ein 90 x 45 m großes Regenwasserrückhaltebecken gebaut. Zwei Jahre danach konnten wir den Bau eines zweiten großen Auffangbeckens finanzieren. In dieser Region gibt es zwei Regenzeiten im Jahr. Das Regenwasser wird zum Waschen und in der Landwirtschaft gebraucht. Außerdem wird Regenwasser in mehreren Zisternen aufgefangen, das von den Dächern geleitet wird. Sauberes Tribnkwasser liefern drei Brunnen, die nach und nach gebohrt wurden. Sie sind 50 m, 100 m und 160 m tief.
Schule
Zu Beginn unserer Arbeit im Jahr 2001 lebten 20 Kinder im Yovokopé. Sie wurden in einer einfachen Hütte unterrichtet, die aus Holz gebaut und mit einem Grasdach versehen war. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Kinder dazu. Heute besteht unsere Schule aus mehreren festen Gebäuden, in denen ca. 440 Schüler in 13 Klassen unterrichtet werden. Mindestens 50 Kinder der Umgebung besuchen diese Schule ebenfalls, und zwar kostenlos. Das ist eine Ausnahme in Togo!
Nähwerkstatt
Im Jahre 2007 konnte ein kleines Gebäude errichtet und mit 20 mechanischen Nähmaschinen ausgestattet werden. Hier wird die Kleidung der Kinder genäht und repariert.
Gesundheit
Lange Zeit gab es in der Region keinerlei medizinische Grundversorgung. Mit Unterstützung einer Stiftung ist es gelungen, eine Krankenstation für unser Dorf und die örtliche Bevölkerung zu bauen! Hier auf dem Land, wo schon leichtere Blessuren ernsthafte Folgen haben können, von schlimmen Verletzungen und Krankheiten ganz zu schweigen, ist diese Station unabdingbar. Wir sind ständig bemüht, Mittel für Medikamente, Einrichtung und die Krankenschwester aufzubringen.
Berufsausbildung
Etwa ein Drittel der Bewohner des Kinderdorfes hat die Schule bereits beendet. Diese Jugendlichen können in den vorhandenen Einrichtungen den Beruf der Schneiderin oder der Krankenschwester bzw. des Pflegers erlernen. Viele der männlichen Jugendlichen erlernen den Beruf des Landwirtes, ein Beruf, der in diesem überwiegend landwirtschaftlich genutzten Land von großem Vorteil ist.
Solaranlage
Dank eines Sponsors ist das Dorf seit 2009 mit Strom versorgt. Die Zeit, in der Petroleumlampen und Kerzen die Gebäude erleuchten, ist vorbei. In diesem tropischen Land geht die Sonne um 18:00 Uhr unter. Damit waren vielen Aktivitäten am Abend Grenzen gesetzt. Ein großer Segen ist auch der mir Solarstrom betriebene Kühlschrank für Medikamente und Lebensmittel.
Berufsschule
Zu den Projekten unseres Partners in Togo gehört außerdem eine Berufsschule in Lomé, in der mittellose junge Menschen kostenlos ein Jahr lang in Betriebswirtschaft, Buchhaltung und der Arbeit an Computern unterrichtet werden. Die Ausbildung schließt mit einem Diplom ab.
Autowerkstatt, Lackierwerkstatt und Tischlerei
Diese Betriebe bilden Jugendliche aus dem Waisenkinderdorf aus. Sie können sich durch entsprechende Aufträge weitgehend selbst finanzieren.
Unterhalt
Der Verein Lebenschance sichert den laufenden Unterhalt dieses Projektes. Mit einem festen monatlichen Betrag werden die Gehälter, Medikamente, Lebensmittel, Reparaturen und Bekleidungen finanziert. Die Mittel hierfür werden ausschließlich durch Spenden aufgebracht.